Pankreatitis

bei Katzen

Andrea Korff-Schmising-Kerssenbrock
PR- und Kommunikationsberaterin

Katzen können, wie wir Menschen auch, an Pankreatitis erkranken. Die Bauchspeicheldrüsen­entzündung ist meist eine schmerzhafte Er­­krankung –Hilfestellung bietet Tier­arzt Dr. Bernhard Lischka, der veterinär­medizinische Behandlungen mit seinen eigens entwickelten Pro­dukten begleitet.

Eine Pankreatitis bei Katzen, also eine Bauchspeichel­drüsenentzündung, kann akut (plötzlich) oder chronisch (langfristig) verlaufen. Eine Prognose ist daher sehr schwer, da Katzen oft erst sehr spät Symptome zeigen und dann chronische Veränderungen häufig irreparabel sind. Tierarzt Dr. Bernhard Lischka hat sich auf die Entwicklung von Produkten spezialisiert, die veterinär­medizinische Behandlungen begleiten. Ein von ihm mitentwickeltes Pankreatitisprodukt versorgt den Organismus der Katze mit den notwendigen Enzymen aus dem Pankreas sowie Ana­naspulver und unterstützt damit den Verdauungsapparat. Wir haben mit Dr. Lischka über Nahrungsergänzung bei Katzen gesprochen.

Herr Doktor Lischka, Sie sind Tierarzt und seit vielen Jahren in der Forschung und Entwicklung tätig. Warum brauchen Haustiere überhaupt Nahrungsergänzung?
Ganz einfach: weil die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen durch eine normale, industriell gefertigte Nahrung nicht gewährleistet ist. Es gibt natürlich Fertigfuttermittel unterschiedlichster Qualität, die entsprechend ausbalanciert sind; es ist aber auch klar, dass bessere und schlechtere Produkte im Angebot sind. Generell kenne ich kein Produkt, das alle Bedürfnisse der Tiere abdeckt. Darum ergänzen wir die Ernährung sinnvoller­weise mit einem neuen Produkt mit Mikronährstoffen, also Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und vorwiegend antioxidativ wirkenden sekundären Pflanzeninhaltsstoffen.

Hat denn aus Ihrer Sicht Tierfutter im Vergleich zu früher an Qualität verloren?
Das würde ich so nicht sagen – wir wissen heute einfach mehr als vor 50 Jahren. Die Bedürfnisse waren immer da. So, wie Menschen heute gezielt zum Ernährungsmediziner gehen, kann man auch beim Tier verschiedene Proben nehmen und Bluttests machen. Beruhend auf dem kli­nischen Erscheinungsbild kann man dann sagen: Okay, das Tier braucht etwas für den Leberstoffwechsel oder kombiniert für Leberstoffwechsel und Haut, weil die beiden Sachen zusammengehören; oder das Tier braucht ­Unterstützung für die Gelenke.

Wie erkenne ich den Bedarf für Nahrungsergänzung bei der Katze?
Bei Katzen fallen häufig Veränderungen beim Fell auf. Auch Ausfluss oder Husten sind leicht zu erkennen. Lahmheit fällt ebenfalls sofort auf, ist aber bei der Katze nicht so häufig wie etwa beim Hund. Abgesehen von Unfällen sieht man Gelenksprobleme bei Katzen meist nur bei sehr alten Tieren. Die bei Weitem häufigste pathologische Erscheinung bei der Katze ist ein auffälliges Verhalten beim Harnabsatz: Das kann schmerzhafter, blutiger, zu häufiger oder zu geringer Harnabsatz sein, denn die Katze ist besonders anfällig für alles, was mit Niere und Blase zu tun hat. Oder man nimmt eines Tages den typischen ­Altersgeruch wahr, der dann auftritt, wenn die Katze zu viel Ammonium im Blut hat, weil die Entgiftung nicht mehr funktioniert. ­Generell ist Krankheit bei der Katze auf den ersten B­lick nicht immer so offensichtlich zu erkennen wie etwa beim Hund oder Pferd; genaueres Hinschauen ist also an­gebracht. Eine tierärztliche Untersuchung samt Blutbild und Urintest gibt dann Gewissheit.

Gibt es einen Unterschied zwischen Freigänger und Stubentiger?
Natürlich, einen ganz massiven. Vor allem den, dass Freigänger dauernd ein sehr breites Spektrum an Para­siten aufnehmen – etwa indem sie Mäuse fressen. Sehr oft nehmen sie auch kleine Mengen an Giftstoffen zu sich. Das passiert beispielsweise, wenn sie Mäuse oder Ratten fressen, die Gift erwischt haben, aber nicht daran gestorben sind. Freigänger sind also einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt als Katzen, die nur drinnen sind. Das soll aber kein Appell für reine Hauskatzen sein! Der Freigang ist für Katzen sehr wichtig und wünschenswert, vor allem dann, wenn sie Freigang gewohnt sind. Eine Stubenkatze sollte nur eine sein, die nie draußen war. Eine Katze, die den Freigang kennt, später einzusperren, ist eine Grausamkeit, die man unbedingt vermeiden sollte. Natürlich sind Tiere, die Parasiten und Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, aber viel leichter von Imbalancen betroffen als Tiere, die sehr kontrolliert gefüttert werden.

Zum Pankreas: Wie erkenne ich als Katzenbesitzer eine Erkrankung?
Diese Erkrankung kommt bei Katzen häufiger vor, als man denkt. Wurden bis dato klinisch weniger als ein Prozent diagnostiziert, so ist die Dunkelziffer um ein Viel­faches höher – so zeigten bei der Obduktion von 115 Katzen satte 16 % einen signifikanten pathologischen Befund der Bauchspeicheldrüse. Dabei gibt es unterschiedliche Vorerkrankungen, die zur Pankreatitis führen können, zum Beispiel Darm­entzündungen, gestörter Gallenfluss, Hyperkalzämie, ­erhöhte Blutfettwerte oder auch eine Auto­immunität. Die Symptome bei der Katze können – anders als beim Hund – sehr unterschiedlich sein: Le­thargie, starkes Abmagern, auch Untertemperatur und Durchfall. Nur etwa ein ­Drittel der betroffenen Katzen zeigt auch Bauchschmerzen und Blähungen, während das etwa beim Hund Leitsymptome sind. Es gibt auch nur einen speziellen Bluttest, der für die Katze geeignet ist.

Wie genau wirkt das von Ihnen entwickelte Produkt?
Prinzipiell sind zwei Therapieansätze wichtig. Im Vorder­grund stehen immer die Regelung des Flüssigkeits­haushalts und die Behandlung der akuten Entzündung, um möglichst die langfristige Zerstörung des Pankreas­gewebes zu minimieren, damit auch später noch eine Funktion möglich ist. Zum Zweiten muss man jene Enzyme ersetzen, die die Verdauung braucht, wenn eine Pankreasinsuffizienz besteht.

Dazu gibt es zwei Überlegungen: Ist das Drüsengewebe des Pankreas schon komplett kaputt, muss man auf eine chronische Behandlung setzen, eventuell auch ein Leben lang. Im akuten Fall, also in der Phase der Pankreatitis, ist eine Supplementierung mit Verdauungs­enzymen ­insofern sinnvoll, als die notwendige Menge an eigen­produzierten Enzymen zu gering ist. Dieses Defizit lässt sich nun ausgleichen. Dazu möchte ich betonen, dass jenes neue Diät­ergänzungsfuttermittel in der Akutphase unterstützend wirkt – es ersetzt jedoch nicht die entzündungs­hemmende und hydrierende Therapie. Für die chronische Erkrankung empfehle ich das Produkt zur Dauer­supplementierung.

Worin besteht der Unterschied zu Produkten der Mitbewerber?
Der wesentliche Unterschied zu Produkten der Mit­bewerber ist der, dass wir einen standardisierten Rohstoff verwenden, der definierte Enzymeinheiten hat. Es gibt drei Arten von Enzymen: die kohlenhydratspaltenden, die fettspaltenden und die eiweißspaltenden Enzyme. Im Schweinepankreas sind zu wenig eiweißspaltende ­Enzyme. Da wir wissen, dass die Ananas Verdauungsenzyme ­beinhaltet, ergänzen wir unser Produkt mit
Ananaspulver.

Zur Person
Dr. Bernhard Lischka ist praktizierender Fachtierarzt für Pferde und betreut ehrenamtlich Hunde und Katzen in einem Tierheim. Er betreibt eine grenzüberschreitende Praxis für Oberösterreich und Südböhmen. Als Veterinär-mediziner ist er bei der englischen Futtermittelfirma Nutrilabs mit der Produktentwicklung und wissenschaftlichen Beurteilung betraut. Bernhard Lischka ist aktiver Reiter und Pferdezüchter.