Online-Umfrage

der ÖTK-Landesstelle Wien zu Scottish-Fold-Katzen

Dr. Manfred Hochleithner
Landesstellenpräsident Wien

Immer häufiger werden in den Wiener Tierarztpraxen junge Scottish-Fold-Katzen mit medizinischen Problemen vorgestellt. Um dieser Tendenz einen Riegel vorzuschieben, ist die umfassende Aufklärung der TierbesitzerInnen enorm wichtig.

Aufgrund einer Anfrage durch die Tierschutzombudsstelle Wien in Bezug auf Problemfälle mit Scottish-Fold-Katzen erfolgte eine Online-Umfrage unter Wiener TierärztInnen, ob diese Tiere überhaupt in Wien vorgestellt werden, und wenn ja, wie es in Bezug auf medizinische Probleme aussieht. Vielen Dank vorab allen Kolleginnen und Kollegen für die zahlreichen Rückmeldungen!

Zusammenfassend ist hervorzuheben, dass es doch einige dieser Katzen sind, die in Wiener Praxen behandelt werden. Vor allem junge Tiere zwischen fünf Monaten und zwei Jahren werden immer wieder vorgestellt.

Es haben mir bis dato 48 TierärztInnen geantwortet (per E-Mail und telefonisch). Zwei KollegInnen haben zehn oder mehr Tiere, die sie als Patienten betreuen; die meisten KollegInnen haben ein bis zwei Tiere und Fälle vor allem gehäuft in den letzten Jahren gesehen. Bei etwa der Hälfte der Tiere sehen KollegInnen massive Veränderungen vor allem an den Gelenken oder an den Ohren (Entzündungen). Interessanterweise hat sich auch eine Ordination gemeldet, die mehr als zehn Scottish-Fold-Katzen betreut, die allerdings keine medizinischen Probleme aufweisen. Die genetische Anlage zur Osteochondrodysplasie führt ja zu den charakteristischen Roll- bzw. Knickohren, aber auch zu einer Disposition, eine Arthritis zu entwickeln (homozygote Tiere immer und heterozygote mit unterschiedlicher Ausprägung und mit eventuell langsamerer Entwicklung).

Mehr Informationen dazu finden Sie auch hier:

www.ufaw.org.uk/cats/scottish-fold-osteochondrodysplasia

Repräsentativ für die Antworten im Zuge der Online-Umfrage möchte ich noch folgendes E-Mail eines Wiener Kollegen veröffentlichen, da es die Reaktionen widerspiegelt, die der Großteil der Kollegenschaft übermittelt hat:

Das Problem ist, dass Qualzuchten in Österreich zwar verboten sind, aber die Zahl der Tiere mit Qualzuchtmerkmalen eher zu- als abnimmt.

Daher ist eine umfassende Information und Aufklärung der TierbesitzerInnen enorm wichtig. Bedauerlicherweise sind wir als TierärztInnen, wenn wir den Welpen erstmals zu sehen bekommen, leider zu spät dran, da die Tiere dann bereits Teil der Familie sind.

Wir sollten und dürfen aber keinesfalls wegsehen, wenn wir in Kontakt mit ZüchterInnen kommen oder solche Tiere für eine Zuchttauglichkeitsuntersuchung vorgestellt werden. Auch Anzeigen bei den zuständigen Amtstier­ärztInnen sind legitime Mittel, um dem Ganzen Einhalt zu gebieten. TierärztInnen, die ZüchterInnen betreuen, sollten ihren potenziellen Einfluss auch nicht ungenutzt lassen. Andernfalls geraten wir als Berufsstand in einen Erklärungsnotstand, wenn Tiere mit deutlichen Qualzuchtmerkmalen von TierärztInnen als völlig gesund freigegeben werden!